Einhundertfünfundzwanzig

Denn obwohl es wahr ist, dass es 125 Sportarten gibt, die ich nie betrieben habe, obwohl es wahr ist, dass ich die Sportseiten bei jeder Zeitung ungelesen in den Papierkorb stecke und obwohl es ebenso wahr ist, dass ich bei Sportveranstaltungen immer ein Buch dabei habe, so stimmt es andererseits auch wieder nicht, dass ich nie irgendeinen Sport betrieben hätte. Ich bin sogar der Erfinder des ersten Skateboards in Deutschland gewesen. Wofür ich dokumentarische Beweise habe!

Wie ich zufällig zum Skateboard-Pionier Deutschlands wurde.

Harmonisches Gekrickel

Das ist schon nett … selbst wenn man nur die stinknormale Maus zur Verfügung hat, die aber halbwegs gezielt hin und her schubst, kann man brauchbare Bilder produzieren.

Vordergrund, Hintergrund und verschiedene Effekte sind wählbar. Anschließend kann das Werk direkt als *.png gespeichert werden.

Harmony … aufrufen und loslegen. Großer Zauber ;o)

Zeichnung aus Harmony heraus ...

Banjos heile machen

I take an old banjo, disassemble and clean it, repair any damage, replace the missing parts as necessary (either with period spare parts or new reproductions as available), set it up for maximum playability, and get it back into circulation at a reasonable price. After all, banjos are made to be played, not hung on a wall.

Tim Smith hat eine Obsession: Banjos retten. Aus dunklen Kellern, staubigen Dachböden und alten Hühnerställen befreit (oder auch einfach im Internet ersteigert), teilweise in erbärmlichem Zustand, wird jedes Banjo zu einem Projekt.

Rahmen und Fell, Bünde und Stimmwirbel … alles wird auseinandergenommen und gereinigt, repariert oder erneuert. Und die Projekte werden per Photostrecke und mit ausführlicher Beschreibung aller Arbeitsschritte auf Save the Banjos dokumentiert.

Banjo spielende Frau

Antiseptikum mit Seitenhals

Was denn … Sie haben wirklich kein Odol?

Eine der Geschichten über den Odol-König Karl August Lingner, die mich immer fasziniert haben.

Da hatte er Anfang der 1890er Jahre, nachdem seine Hinterhofproduktion von Rückenkratzern und Stiefelanziehern keinen rechten Erfolg mehr versprach, soeben das antiseptische Mundwasser kreiert und schickte nun in den Semesterferien eine Horde Studenten in die Dörfer des Erzgebirges. Die hatten auf ihrer Wanderung jedes Seifen- u. Drogeriegeschäft aufzusuchen, dort Odol zu verlangen und anschließend den Ladenbesitzer völlig fassungslos »Wie, das kennen Sie nicht?« zu fragen. Was in kürzester Zeit Lingners Auftragsbücher kräftig füllte.

Seine erste Marketing-Großtat … nach dem Entwurf der unübertrefflich prägnanten Seitenhals-Flasche, wohlgemerkt. Und dem in allen Sprachen gleichklingenden Markennamen Odol, natürlich.

Aber auch sonst tat Lingner sich eifrig als Marketing-Pionier hervor. Ein eigenes Anzeigenkontor speziell für Odol, eine konzertierte Werbeaktion für 1 Million Reichsmark (zeitgleich in allen wichtigen Publikationen weltweit) und schließlich 1911 die 1. Internationale Hygiene-Ausstellung Dresden … mit fünf Millionen Besuchern aus aller Welt während eines halben Jahres. Diese Austellung begründete auch den späteren Bau des Hygiene-Museums in Dresden.

Der Schweizer Ableger der Odol-Seiten bietet einen kompakten und informativen Überblick zur Historie – von 1893 bis 2006.

Eine ausführliche Biographie Lingners sowie Texte und Bilder zu Leben und Schaffen bietet das Lingner-Archiv von Dr. Ulf-Norbert Funke.

Bild aus der Odol-Werbung

Rekonstruktion

Information passed along to me from the Medical Examiner, Dental specialist and Investigators can provide me with clothing and shoe sizes and skeletal details that can be used to determine size and weight of the subject. This information will tell me that the subject was heavy with prominent jowels, thin and bony with sunken cheeks etc. All this information is important in identifying the subject. A water borne individual will be bloated and beyond recognition if much time had been spent in the water. Shoe and clothing size will be very important in determining head details. Suicides usually make sure there is no identifying matter on their person. I try, diligently, to use only that information provided me. I am not prone to be creative in this respect. Is it an exact science? I will be the first to admit that it is not.

Aber spannend ist es allemal. Die forensische Rekonstruktion von Schädeln. Dreidimensionale Phantombilder, nicht per Computer, sondern mit den Händen modelliert.

Zur Rekonstruktion vorbereiteter Schaedel

Vom Orca geschubbert

From the beginning of her career, Corrine has searched for unique ways to bring the stories of her First Nations culture to contemporary life. She is continually inventing and reinventing stories from her culture, honouring her roots and cultivating a refreshing artistic expression at the same time.

Corinne Hunt. Kwakiuti-Indianerin.
Ihre Großmutter gab ihr den Namen killer whale scratching her back on the beach. Und den Orca, als symbolträchtiges Wesen ihrer Kultur, hat sie auf den Olympia-Medaillen für Vancouver verewigt. 615 Medaillen. Wie ein Puzzle zeigt jede ein anderes Teil des Orcas … nicht gegenständlich, sondern ikonisiert.

The orca is a beautiful creature that is strong but also lives within a community (…) I felt the Olympic (Games) are a community, too. The athletes may be training but they’re always somehow connected to their community, to their teammates, or to their country. The orca is a creature that has wonderful capabilities but can’t really survive without its pod.

Für die Paralympics hat sie den Raben, Wappentier ihres Clans, ausgewählt.

My design for the Paralympic medal — a raven on a totem rising — is close to my heart and in honour of my uncle who is a paraplegic (…) The raven is a creature that is all things and I think Paralympic athletes have that in them. They’re sometimes given challenges and they rise above them and the raven does the same. I think the creativity of the raven gives us hope — to accept when things don’t work out and really rejoice when they do.

Meet the Medals und Behind the Scenes

Symbolik der Olympia-Medaillen

Holz-Lettern

Two Rivers. Wisconsin.
13.000 Einwohner, geringe Kriminalitätsrate mit Planübererfüllung der Ordnungshüter (… with 30 violent crimes in 2008, our police solved 31 – a clearance rate of 103% …) und verbürgter wahrer Geburtsort des Ice Cream Sundae.

Aber weitaus interessanter: Dort findet man das Hamilton Wood Type & Printing Museum. Einhundertunddreißig Jahre amerikanische Holzlettern- und Druckgeschichte.

Operated by volunteers of the Two Rivers Historical Society, the Hamilton Wood Type and Printing Museum is the only museum dedicated to the preservation, study, production and printing of wood type. With 1.5 million pieces of wood type and more than 1,000 styles and sizes of patterns, Hamilton’s collection is one of the premier wood type collections in the world.
(…)
Hamilton volunteers host educational demonstrations, field trips, workshops and offer opportunities for artists, printers, historians and other scholars to experiment with this vast wood type collection. „We have benefited from the life experiences of the many people who actually made the exquisitely detailed wood type and who still reside in Two Rivers,“ says Van Lanen. „These people are in their 70s and 80s. They showed us, from memory, how the type workshop really operated – the old secrets that make these extraordinarily beautiful and distinctively American alphabets.“

Und es gibt einen schönen Film, enstanden zum 10-jährigen Bestehen des Museums in 2009, der nostalgisch stimmt und das Typoherz erfreut – drüber gestolpert bei Ralf Herrmanns opentype.info.


Sauber und rein

Wenn Frauen waschen und wursten,
müssen Männer und Kinder hungern und dursten

Waschbrett, Drehkreuz und Pulsator
Technik und Kulturgeschichte der Wäschereinigung.

Von Speil und Wäscheklammer, von Rasenbleiche und Waschblau. Von Kuhreibler und Schallwäscher, von Waschtagen und Waschküchenordnung.

Die Geschichte des Wäschewaschens im Wäschepflegemuseum

Schlagbrett, Waschkessel, Schallwäscher

Exit

Die skurrilsten Särge hat Hello bereits angefertigt, ein Passagierschiff, eine Bierflasche, ein Rennauto, ein Chamäleon oder ein Krokodil mit Beute im Maul. Die Modelle sagen etwas über die Persönlichkeit der Toten, ihre Träume und den Beruf aus. Wer schon immer fliegen wollte, es aber zu Lebzeiten nicht geschafft hat, bekommt ein Flugzeug, ein Kioskbudenbesitzer wird in einer Colaflasche beerdigt und ein Fischer findet seine letzte Ruhestätte in einem Fisch.

Im Huhn ins Jenseits

Diese Sargmodelle werden für Touristen natürlich auch in handlicherem Format als Mitbringsel angeboten.
Mein Sohn kam gestern aus Ghana zurück und hat mir das Modell Bierflasche mitgebracht. Mit geschnitztem Kronkorken und Luke im Bauch.

Sagen Sie jetzt nichts … ;o)

Cicer arietinum

Ein Dorf, 50 Köche, eine sechs Meter breite Platte, 4.087,5 kg Kichererbsenpüree … Weltrekord.

Der Organisator Dschawadat Ibrahim schrie vor der begeisterten Menschenmasse: „Abu Ghosch ist die Humus-Hauptstadt der Welt.“

Dabei hätte man auch 537 andere Sachen damit machen können …

Falten, Blut und dicke Backen

[Wiederholung vom 20.04.2004]

When I wrote my Monster Make-up Handbook in 1964, make-up blood was made of pigments and glycerin. It looked like paint and tasted terrible and was unsafe to put in the mouth. I recommended using KARO SYRUP and food colors to make a blood that was more translucent and tolerable in the mouth. I didn’t actually use it professionally till 1968 for a scene in „Midnight Cowboy“ that called for blood in one actor’s mouth. It worked so well and looked so much better than Max Factor’s blood that I began using it in other films. For „The Godfather“, we tested a number of bloods including the real thing and picked the KARO formula. I felt that made it official.

Von 1946 an hat Dick Smith für Film und Fernsehen als Make-up-Künstler gearbeitet, Auszeichnungen eingeheimst und Filmgeschichte (mit)geschrieben. Er hat Brando zum Paten gemacht, DeNiros Taxi-Driver die Frisur verpaßt (btw: mir ist nie aufgefallen, daß DeNiro eine Plastikkappe trug) und F. Murray Abraham in den 85-jährigen Salieri bei Amadeus verwandelt. Aus Dustin Hoffman hat er den 121-jährigen Ich-Erzähler in Little Big Man gemacht und aus einem braven Teen namens Linda Blair den wüsten Gegenpart des Exorzisten.

Vom Film-Index aus gibt es eine Reihe Photos aus seinem Schaffen … teils nur Einzelbilder, teils längere Photostrecken, bspw. zu Little Big Man und zum Exorzisten. Und wer will, kann bei ihm für gute Dollar einen Make-up-Fernkurs auf Papier und Video beziehen ;o)

Künstler und Kreaturen

Sprossenwand und Maya-Hocker

Luise Kaller, 64, seit 41 Jahren Hebamme, hat 10.000 Kindern ins Leben geholfen.

Wenn ich mal bei einem Freiluftkonzert in der Waldbühne bin, hier in Berlin, und auf die Tribüne gegenüber schaue, dann denke ich: Das könnten alles meine Kinder sein.

Die Sprossenwand in der Kreißsaalecke? »Ich habe noch nie eine Frau erlebt, die so entbunden hat«, sagt sie. Zwar biete das Krankenhaus längst auch Unterwassergeburten an, einen Maya-Gebärhocker, ein afrikanisches Geburtsseil und ein Geburtsrad, »aber am Ende«, sagt Kaller, »liegen die meisten doch hier im Bett«.

Ich besuche eine Frau in ihrer zwanzigsten Woche zu Hause in ihrer Wohnung – und da hängen die Ultraschallbilder, gerahmt. Da ist das Kind noch Fötus, heißt aber schon Helene oder Maximilian. Eine Frau ist heute nicht mehr nebenbei schwanger. Sie ist nicht mehr nur guter Hoffnung, sondern ebenso sehr in angespannter Erwartung. Konzentriert, fixiert, überinformiert. Ich sage das nicht als Vorwurf an meine Frauen, sondern mit Bedauern.

Mittlerweile glaube ich, eine Schwangerschaft ist für viele Frauen heute eine fremde Erfahrung. Nicht nur aus demografischer Sicht. Sie ist schlicht das Gegenteil zum Alltag. Da lässt sich so viel planen, ist jeder jederzeit zu erreichen, sind die Wege im Vorfeld klar, hat man ein Navigationsgerät – aber das Baby da im Bauch, das hat kein Handy, das schreibt auch keine Mail. Das ist ganz nah und unglaublich weit weg. Man hat keinen Einfluss. Früher waren sich Alltag und Schwangerschaft ähnlicher. Auf ein Kind warten und auf die Ernte. Nicht genau wissen, was wird. Das macht die Frauen heute nervös. Deshalb bereiten sie sich besonders akribisch vor.

Diejenigen Frauen, die sich besonders akribisch vorbereitet haben, bis ins kleinste Detail, die kommen so kopfgesteuert im Kreißsaal an, dass sie kaum loslassen können. Die haben Wehensingen gelernt und sind verunsichert, wenn sie merken, dass sie doch nur schreien. Ich sage dann immer: Singen oder schreien – egal! Hauptsache, laut. Man kann nicht oben schreien und unten zukneifen.

Meine Paare staunen oft, dass ich das Gewicht ihrer Kinder vor der Geburt fast immer genauer schätze als der Ultraschall. Durch Tasten. Das ist meine innere Wette jedes Mal: Wer gewinnt – Maschine oder Mensch? Heute Nacht habe ich auch nur zehn Gramm danebengelegen.

Ein klasse Interview mit einer klasse Frau, die sich lachend eine preußische Hebamme nennt und über Alibibeschäftigungen für Väter, Wagner im Kreißsaal und über das Leben und den Tod redet. Vor allem aber über das Leben. Und falls ich in diesem meinem Leben jemals erneut die semiaktive Rolle im Kreißsaal übernehmen sollte, dann laß es bitte bei dieser Frau sein ;o))

Lederlandauer und Berline

Nun lebe ich ja selbst in einem Städtchen, wo Touristen mit Pferdekutschen bewegt werden. Aber weder hier noch in Wien, Paris oder sonstwo habe ich je darüber nachgedacht, daß es also auch noch Hersteller und Werkstätten dafür geben muß. Bis ich auf den Kutschenhandel Sachsen gestoßen bin.

Kutschen Schlitten, Zubehör … vom kleinen Sulky über herschaftliche Jagd- und Prunkwagen bis hin zu Omnibus und Postkutsche. Für große, mittlere, kleine und winzige Pferde. Entsprechend von bezahlbar bis zum Preis eines gehobenen Mittelklassewagen. Wer auf’s Geld achten muß, sollte einen Blick auf den Schnäppchenmarkt werfen.
Dort findet sich auch ein wirklich famoser Bestattungswagen aus Adelsbesitz, Baujahr ca. 1880. In sehr gutem Zustand und sofort einsatzbereit. Klasse ;o)




Bestattungswagen aus Adelsbesitz

Gesinterte Scherben

Der Anfang gab’s der Erde,
die Erde den Händen,
die Hände dem Feuer,
das Feuer dem Licht zum Spiele:
Hart, doch zart,
undurchsichtig, doch klar:
Das ist vollendet.
(aus dem Chinesischen)

Kaolin, Feldspat, Quarz, Calciumphosphat … rein und eisenfrei. Porzellan.

Die Seiten der Porzellanstraße führen durch die Porzellanmuseen, -manufakturen und -industrien des nordostbayerischen Raums. Und erläutern so ziemlich alles, was man zu Porzellan wissen muß – wenn man denn will. Die Geschichte des Porzellans, Porzellanarten, Materialkunde u.v.m.
Was mir besonders gefällt: eine Listung aller Bodenmarken (genauer: alle Bodenmarken dieser Porzellanstraße), wo man suchen, blättern, vergleichen kann.

Rohkaolin, Feldspat, Quarz ... und Beispiel Bodenmarke