Emscher-Kunst

Im Gegensatz zu dem industriell belassenen, kargen Äußeren des Tanks inszeniert Mark Dion im Inneren die einladende Atmosphäre eines „Gentleman-Club“ ganz im Stile von Jules Verne’s Nautilus-U-Boot. Dieser liebevolle skurrile Ort der Begegnung und des Gesprächs ist vom Künstler mit zahlreichen Nachschlagewerken zum Thema Ornithologie in den unterschiedlichen Sprachen ausgestattet worden, um den Besucher an das Thema Natur und im Besonderen den Vogelschutz heranzuführen und zu sensibilisieren. Der ehemalige Gastank als „Beobachtungsstation“ will den Blick auf die Umgebung neu lenken, intensivieren und schärfen und gleichzeitig die Ausstellungsbesucher einladen, sich zu treffen, sich miteinander auszutauschen und die ökologischen und strukturellen Veränderungen im Emschertal zu diskutieren.

Clubhaus Gesellschaft der Amateur-Ornithologen ... (c) M. Dion 2009

Projekt: Gesellschaft der Amateur-Ornithologen

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40 Künstler, 20 Projekte, 100 Tage.
Schleusen, ehemalige Industrieanlagen, Brachflächen.

Alle Künstler, alle Projekte.

Mehr als Emma

Ausstellungsplakat Franziska Becker ... caricatura museum frankfurt

Zeichnungen und Objekte. Skizzenbücher und großformatige Gemälde.

Franziska Becker – Letzte Warnung (27.05.–19.09.2010)

Ausstellung im caricatura museum … durchaus ein Grund, mal wieder nach Frankfurt zu fahren.

Ein Zitat aus ihrem Oeuvre hat schon seit mehr als zwei Jahrzehnten einen festen Bestand in unserer Intra-Kleinfamilien-Kommunikation. Anzuwenden in allen Fällen zeit- oder inhaltsgleichen Denkens oder Handelns:

Oh Göttin … wir menstruieren gemeinsam!

Auf der Haut

This series of drawings describes a relationship between touch, tension, and surface. Each piece uses the body to distort a variety of images and marks drawn onto skin. Pinches, creases, and scratches marked onto its surface function as drawing elements alongside these penned images and marks. Photography more than documents the performance of these drawings; it disorients the viewer’s relationship to the body and represents the skin as a drawing surface.

Skin DrawingsLynn Elizabeth Palewicz

Raking ... (c) Lynn Elizabeth Palewicz

Es sprießt

Koshi Kawachi ist Künstler und lebt und arbeitet in Tokio. Außer ein paar Ausstellungstiteln geht der Rest allerdings in meinen nicht vorhandenen Japanisch-Kenntnissen unter.

Also muß man gucken. Und was man zum Beispiel gucken kann:
Was passiert, wenn man Comics, Rettichsamen, Wasser, Sonne und Luft gezielt zusammenbringt?

MANGA-Farming

Manga-Farming ... (c) Koshi Kawachi


[Drüber gestolpert bei netbib … die wiederum haben es bei astrodicticum simplex gesehen, der wiederum hat es von … ach, ist ja auch egal! … ]

Mann. Nackt. Zwei Meter.

In Event Horizon, thirty-one life-size body forms of the artist cast in iron and fiberglass will inhabit the pathways and sidewalks of historic Madison Square Park, as well as the rooftops of the many architectural treasures that populate New York’s vibrant Flatiron District. Event Horizon marks Gormley’s United States public art debut — a milestone for an artist whose work has garnered worldwide acclaim over the past 25 years.

Antony Gormley. Event Horizon. Bilder. Videos.

Und ich sach noch zu meiner Frau, laß uns doch mal wieder nach New York fahren …

Gormley ... Event Horizon ... (c) James Ewing

Inspiration

I’ve always been fascinated with the exploration of new shapes and new typefaces. Essentially, I’ve never quit doing typography ever since I learned how to write. It later evolved in graffiti, tattoos and towards digital.
I work with simple materials, normally starting with pencil and paper. Once these are combined, there follows a lot of thought. It’s this combination between the process and the study that directs everything towards shape. It may mean deconstructing classic typefaces. When reconstructing them, I always search for new ways they can be improved.

Andrei D. Robu macht nicht nur selbst nette Sachen, sondern er sammelt auch. Genauer: er sammelt Inspirationen für Graphik-Designer.

Buch- und Zeitschriftencover, Veranstaltungsplakate und Broschürentitel, Hinweisschilder, Briefbögen, Briefmarken u.v.m. in einem inzwischen recht umfangreichen und bunten Fundus. Nicht editiert und gewichtet, sondern nur gereiht. Zum Schnuppern und sich treiben lassen. Sehr schön das. Und anregend allemal.

Designers Go To Heaven
Daily inspiration for the hungry.

Making the perfect Sauerkraut

Making the perfect sauerkraut is not as hard as you might think, it takes some time though …
The first part is finding the perfect cabbage, not to worry you will know when you’ll see the perfect cabbage. Just remember: choose with your heart. Now it’s time for trying to woe the cabbage, this is not that hard, cabbages falls in love easily.
[…]

Mattias Adolfsson. Illustrator aus Schweden. Tusche und Aquarell. Und v.a. mit dem richtigen Zugang zum perfekten Sauerkraut.

Illustration von Mattias Adolfsson
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[Wer mit einem Monitor 19″ oder kleiner unterwegs ist, muß leider – zumindest bei der Sauerkrautgeschichte – die Bilder nochmal einzeln anklicken … sonst fehlt am rechten Rand ein Teil.]

Dexel

Nicht nur im Bereich der bildenden Kunst zählte Dexel zur Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts. Das Konzept einer klaren, reduzierten Bildsprache verstand er als umfassendes Gestaltungsideal auch im Bereich der Gebrauchsgraphik. Seine Arbeiten und Ideen auf den Gebieten der Reklame, der Typographie, der Architektur, des Bühnenbilds und sogar der Gestaltung von Verkehrsschildern sind wegweisend im Bereich des angewandten Designs.

Walter Dexel – Künstler, Kurator, Designer, Architekt.

Siebzig Arbeiten in der Sonderausstellung Walter Dexel – Druckgraphisches Werk bis Ende Mai im Museum Wiesbaden.

Auch wenn es sonst kaum Gründe gibt, dafür tät es sich lohnen, nach Wiesbaden zu fahren ;o)

Der Schieber | Das schraege U

Vom Orca geschubbert

From the beginning of her career, Corrine has searched for unique ways to bring the stories of her First Nations culture to contemporary life. She is continually inventing and reinventing stories from her culture, honouring her roots and cultivating a refreshing artistic expression at the same time.

Corinne Hunt. Kwakiuti-Indianerin.
Ihre Großmutter gab ihr den Namen killer whale scratching her back on the beach. Und den Orca, als symbolträchtiges Wesen ihrer Kultur, hat sie auf den Olympia-Medaillen für Vancouver verewigt. 615 Medaillen. Wie ein Puzzle zeigt jede ein anderes Teil des Orcas … nicht gegenständlich, sondern ikonisiert.

The orca is a beautiful creature that is strong but also lives within a community (…) I felt the Olympic (Games) are a community, too. The athletes may be training but they’re always somehow connected to their community, to their teammates, or to their country. The orca is a creature that has wonderful capabilities but can’t really survive without its pod.

Für die Paralympics hat sie den Raben, Wappentier ihres Clans, ausgewählt.

My design for the Paralympic medal — a raven on a totem rising — is close to my heart and in honour of my uncle who is a paraplegic (…) The raven is a creature that is all things and I think Paralympic athletes have that in them. They’re sometimes given challenges and they rise above them and the raven does the same. I think the creativity of the raven gives us hope — to accept when things don’t work out and really rejoice when they do.

Meet the Medals und Behind the Scenes

Symbolik der Olympia-Medaillen

In Disguise

I thought that I was in heaven
But I was sure surprised
Heaven help me, I didn’t see
The devil in your eyes

Daß sein 75. schon gestern war … egal.
Es bleibt dabei: Elvis lebt.

Und sieht eigentlich ganz propper aus, find ich ;o)

Markku Laakso: "Elvis rows", 2009, Öl auf Leinwand

Im September gab es bei Feinkunst Krüger in HH eine schöne Ausstellung von Markku Laakso.

In Arctic Burning Sensation trifft Elvis auf läppische Jungen und Mädchen, singt am Lagerfeuer, wandert durch Birkenhaine, trifft Füchse im Wald oder fährt Ski.

Einfach klasse … sofern man davon absieht, daß der Fuchs kein Fuchs ist. Und wohl auch nie sein sollte ;o))

Offending

Ich hätte es wissen müssen.

Bitte beachten Sie, dass einige der in der Ausstellung gezeigten Kunstwerke Ihre Wert- oder Moralvorstellungen verletzen können. Dies gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, die deshalb nur in Begleitung Erwachsener auf deren Verantwortung die Ausstellung besichtigen sollten.

Allein schon dieser Hinweis am Eingang reichte, um meine nach unten offene Kulturpessimismusskala zum klingeln zu bringen. Wird das demnächst an jedem Museum und in jeder Ausstellung hängen?
Vor allem war ich dadurch schon genervt, noch ehe ich in den Ausstellungsräumen war.

David Lynch – Dark Splendor (Raum-Bilder-Klang)

Im Vorraum dann der einleitende Wandtext zu Künstler und Werk. Mit Beschreibung seines Erweckungserlebnisses in den Mittsechzigern: Eines Morgens betrachtete er ein Bild, an dem er grad arbeitete und das Bild bewegte sich und gebar Musik.

Ach Gottchen ja, ich als älter werdender Sack und bekennender alter Spießer dachte nur, Mönsch, da hätte ich dringend meine Rauchwaren gewechselt. Aber was macht Herr Lynch? Er weiß nun, daß er Filme machen muß. Sich bewegende Bilder und Musik. Und die macht er. Gute. Beeindruckende. Faszinierende.

Aber er macht natürlich auch weiter Bilder, Photos und Installationen (und tranzendentale Meditation, aber das ist eine andere Geschichte ;o)) Einen kleinen Teil davon gibt es bis Ende März im Max-Ernst-Museum in Brühl zu sehen.

Lithographien, räumliche Bildinstallationen hinter Glas, s/w-Photographien sterbender Industrie, eine Rauminstallation (nach einer älteren Zeichnung von ihm) u.a.m. … manches davon nett, aber spannend oder aufregend? Verstörend? Mitnehmend? Wahrlich nicht.

Auch die in den hinteren Raumteilen plazierte Sammlung von pornographischen Postkarten der 1900er Jahre, bei denen mit Filtern eines Grafikprogramms Körperteile deformiert oder abgetrennt wurden … auch das eher banal. Aber neben der Düsternis und surrealen Gewaltdarstellung sicherlich mit verantwortlich für die alberne Jugendschutzwarnung.

Grafisch interessant die Lithographien im Eingang, nett die Vitrine mit Streichholzbriefchen, auf denen sich Skizzen, Zeichnungen und filigrane Bilder finden. Schön die Möglichkeit, sich Kurz- und Langfilme von Lynch im integrierten Kinosaal anschauen zu können.

Und wer nun eine richtige Ausstellungsbesprechung lesen möchte, möge in die ZEIT schauen. Allein schon des letzten Satzes wegen:

„Lynch zeigt, was passiert, wenn man Warhols Tomatendosen aufmacht, seine Bananen schält und seine Wandblumen pflückt.“

Frontbild der Austellung Lynch - Dark Splendor