Serendipität durch die Knolle

Wenn ein Francis Ponge über die Brombeere, über den Kieselstein oder über die Tür schreibt, so kann ja wohl auch über die Kartoffel ein weiteres Stück gefertigt werden. Denn dieses ist ein Buch der Serendipität (Schlag nach bei Horace Walpole!) – ein Ding zu finden, das nicht gesucht und doch gebraucht wird. »Andererseits«, so Peter Rühmkorf, »wir züchten hier keine Zierkartoffeln.« »Aus­gebuddelte« Einzelteile der Geschichte sind wie »Kar­toffel­­nester, eine Knolle neben der anderen«. Aber das Thema zeigte sich doch sehr über­raschend und weitumfassend.
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Ist das Ende der Hexenverfolgungen am Anfang des 18. Jahrhunderts auf den Anbau der Kartoffel und der Einführung der Parochial-Schulen zurück­zuführen? Welche Auswirkungen hatte die Kartoffel auf das preußische Beamten­system, auf dienstrechtliches Kün­digungsverfahren und Versorgung von Witwen und Waisen? Wurden die stehenden Heere erst durch den Kartoffelanbau ermöglicht oder folgte der Kartoffelbau dem Heereshaufen? Hängt der Kartoffelanbau mit dem Barock und dem Rokoko zusammen? Hat Rubens seine Rundungen unter dem Einfluß der Kartoffel gemalt? Ist die Knollenfrucht der »Erregung der Venus« dienlich?

Der Einfluß der Kartoffel auf das preußische Bildungswesen
oder eine kurtzweilige Geschichte unserer Knolle in vier Furchen und etlichen Kapiteln

Klaus Henseler. Kartoffel-Geschichte. Klasse!

Eine Karoffel