Kommen Sie näher, kommen Sie ran!

Da stehen sie, die Abnormitäten, die Riesen, die Zwerge, die Clowns, die Zauberkünstler, die Gedankenleser, die Tätowierten, die Kettensprenger und Ringkämpfer – da wird das ‚Schnürleiberl’ der dicksten Dame der Welt oder das Zaumzeug des kleinsten Pferdes der Erde gezeigt – heitere Szenen spielen sich ab, und unermüdlich preist der Rekommandeur diese Attraktionen an. Wenn sich das „Theater“ nicht gleich nach der Parade füllt – „die Künstler begeben sich in das Theater und die Extra-Gala-Monstre-Vorstellung nimmt ihren Anfang!“ -, dann muß sie eben ein zweites, notfalls drittes Mal wiederholt werden, und die ‚Herrschaften’ die bereits im Theater sitzen oder stehen, hören die bombastische Ankündigung eben von hinten noch ein paar Mal geduldig mit an.

Panoptikum und Kuriosa, Zaubertheater und Völkerschau, Akrobatik und Menagerie – die Welt der Schaubuden

Stefan Nagel sammelt seit Jahren Bilder, Dokumente, Artikel und Bücher zum Thema und hat eine sehr umfangreiche Monographie zu Geschichte und Erscheinungsformen der Schaubuden zusammengestellt. Photos, Ansichtskarten und Gemälde, zeitgenössische Berichte und Beschreibungen aus Zeitungen und Literatur … und da das Sammeln nicht aufhört, kommt immer noch etwas dazu. Schön, prall, bunt, anregend.

Etwas störend ist, daß die Arbeit in Form einzelner PDFs vorliegt, wohl der Tatsache geschuldet, daß Stefan Nagel anscheinend die jeweils aktuelle Version auf eine CD packt. Eine Gesamtversion (PDF, 75MB) gibt es über die Uni Frankfurt, dort fehlen aber wohl aktuelle Änderungen und Ergänzungen, die u.a. auch in Nagels Blog zum Thema erwähnt sind.

So oder so: mir hat jede einzelne PDF Spaß gemacht.

Detail einer Fotografie von Heinrich Zille

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