Ein Catastrophen

Was erwartete ein Theaterzuschauer im alten Rom, wenn er das Wort Katastrophe hörte? Den positiven Ausgang des Bühnenstücks. Was erwartete der Beerdigungsgast im barocken Deutschland, wenn er in der Leichenpredigt hörte, der Verstorbene habe „eine glückliche Katastrophe“ durchlaufen? Er hoffte, dass auch ihn, wenn es einmal soweit wäre, eine solche Katastrophe ereilt, um Glück und Unsterblichkeit zu erlangen. Wo aber blieben die Schrecken von Naturkatastrophen?
(…)
Katastrophe war von der griechischen Antike bis hin zu Diderots und d’Alemberts „Encyclopédie“ (1751) fast ausschließlich ein Begriff für die glückliche Wendung eines Dramas.

Olaf Briese im Tagesspiegel zur Begriffsgeschichte der Katastrophe.

Zwischen Heilserwartung und Untergang

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