Not A Gadget

Uns ist die Fähigkeit gegeben, als Individuum zu handeln, aber wir können uns auch zum Mob zusammenschließen. Dafür gibt es in der Geschichte unzählige Beispiele. Die Weisheit, die aus der Menge heraus entsteht, taugt eigentlich nur dazu, Kalkulationen schneller durchzuführen oder den Marktpreis festzulegen. Und was die Menge beschließt, ist immer noch besser als der Beschluss von Bürokraten. Wenn eine Menge aber nicht nur den Preis eines Produktes festlegt, sondern etwas produzieren will, endet sie leicht als Mob.

Jaron Lanier in einem FAZ-Interview über Scheininformation, digitalen Maoismus, Raumheizer und eine Katze mit Facebook-Profil.

Junge Nutzer, heißt es gewöhnlich, seien die echten Facebook-Leute, und die alten Nutzer verstünden es eigentlich nicht. Ich halte das Gegenteil für wahr. Alte Nutzer haben bereits ihren Freundeskreis und bekommen die Gelegenheit, Freunde zu finden, die sie seit langem nicht mehr gesehen haben. Nutzer, die sich erst erfinden müssen, Teenager vor allem, gehen in die Falle einer fixierten abstrakten Darstellung von sich selbst. Das ist ein riesiges Problem, weil Heranwachsende die Möglichkeit haben sollten, unterschiedliche Rollen auszuprobieren.

Ein Bild von Jaron Lanier

[drüber gestolpert bei hebig.org]

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